Weihnachtsmärkte

Niemals vermissen wir Menschen, die wir lieben, mehr, als wenn wir Freude nicht mit ihnen teilen können.
Gerade auf den Weihnachtsmärkten, wo viele glückliche Paare, Eltern und Kinder, Bekannte und Verwandte zusammen unterwegs sind, merken Menschen, die niemanden haben oder die von ihren Lieben getrennt sein müssen, wie alleine sie sind. Daran sollten wir – bei aller Begeisterung für Glühwein, Bratwurst und Stollen – mitunter denken.
Wir wissen nicht, wie es in dem Menschen, mit dem wir gerade sprechen, wirklich aussieht. Ist das Lachen echt? Die gezeigte Freude aufrichtig? Ist er andere so unbeschwert, wie er sich gibt?
Oder sehen wir nur die Fassade? Die Schutzmauer, die das Gegenüber aufgebaut hat, um nicht erkannt zu werden. Um zu vermeiden, dass der Blick allzu tief geht. Um nicht zu zeigen, wie allein und unglücklich man sich in Wirklichkeit fühlt.
Vielleicht ist es viel verlangt, genauer hin zu sehen. Aber vielleicht ermöglicht uns dieses genauere Hinsehen, dem anderen zu helfen. An einer Stelle, an der er sich keine Hilfe erhofft hat.
Ist nicht auch und gerade das etwas, was man an Weihnachten nicht aus dem Auge verlieren sollte? Sieh Deinem Nächsten nicht nur ins Gesicht, sondern sieh ihn an. |